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Gletscherbruch an der Marmolada

Oskar
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Gletscherbruch an der Marmolada Empty Gletscherbruch an der Marmolada

Beitrag von Oskar Mo 04 Jul 2022, 07:22

An der Königin der Dolomiten, der Marmolada (deutsche Schreibweise Marmolata) ging gestern (03. 07.) ein Gletscherbruch nieder.

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/mehrere-tote-bei-gletscherbruch-in-nord-italien,TAXEbSV

In dem Video sieht man so von 0:23 bis 0:26 oben am linken Rand am Ende eines Felsgrates die Bergstation der Marmolada-Seilbahn in ca. 3200 m Höhe. Am Ausgang dieser Bergstation stehe ich auf meinem Avatar-Bild. Allerdings in Blickrichtung weg vom Gletscher. Im Hintergrund Die Sella-Türme.
Von 1971 bis 2016 bin ich fast jedes Jahr zum Skifahren in die Gegend gekommen, echt brutal, wie dieser Gletscher zurück gegangen ist. Wo man heute nur noch blank geschliffene Felsen sieht, war  früher ein Sommerskigebiet mit einem langen Sessellift und einem Schlepplift. Heute nichts mehr.
Im ersten Weltkrieg hatten die Österreicher die sogenannte "Eisstadt" 40 m unter dem Eispanzer errichtet:
https://www.museomarmoladagrandeguerra.com/de/museum/die-eisstadt/#:~:text=Die%20„Eisstadt“%20wurde%20in%20den,dienten%2C%20verband.
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Beitrag von Abriter Mo 04 Jul 2022, 20:26

Bei 10°C kann der stärkste Gletscher nicht halten. Die Erderwärmung schreitet überall voran und ist nicht aufzuhalten. Man kann darüber streiten, ob der Mensch die Hauptursache für diese Entwicklung ist. Fakt ist jedoch, dass der Mensch diesen Klimawandel nicht mehr stoppen kann. Und mit jedem Tag wird der Platz für die Menschheit weniger. Die Natur kommt damit ganz gut zurecht ...
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Beitrag von Oskar Di 02 Aug 2022, 14:15

Hier ein Bild, von einem "Gletscher" in den letzten Zuckungen:
Der Schneeferner auf der Zugspitze.

Gletscherbruch an der Marmolada Schnee10

Nur noch ein kümmerlicher Haufen von Schnee und Dreckresten. Er hat keine Chance mehr. Rings herum der nackte Boden, der sich tagsüber in der Sonne aufheizt und die gespeicherte Wärme über Nacht wieder abgibt. Er schmilzt tagsüber von oben, nachts von unten.

https://zugspitze.panomax.com
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Beitrag von Abriter Mi 03 Aug 2022, 18:02

Ja, es wird unschön auf dem Planeten.
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Beitrag von Oskar Mi 14 Sep 2022, 20:59

Auch ohne Gletscher gibt es Probleme: Der Hochvolgel in den Allgäuer Alpen droht auseinander zu brechen:
https://www.t-online.de/region/muenchen/id_100052810/katastrophe-in-den-alpen-berg-hochvogel-im-allgaeu-bricht-in-der-mitte-auseinander.html

Auf dem 2.592 m hohen Berg waren wir im September 1965 während des Schullandheim Aufenthaltes. Damals war von einem größeren Riss im Berg noch nichts zu sehen. Jetzt soll er in den letzten 5 Jahren um 30 cm gewachsen sein. Könnte aber auch der natürlichen Erosion, dem Zahn der Zeit, der an den Bergen nagt, geschuldet sein. Man sieht auf dem Foto auch deutlich wie zerbröselt der Berg an der Oberfläche aussieht.
Bei einem Ausflug auf die Zugspitze vor zwei Wochen war dies auch deutlich zu sehen. Ein an und für sich völlig normaler Verwitterungsprozess, vor allem in den nördlichen Kalkalpen.
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Beitrag von Katana Do 15 Sep 2022, 10:13

Oskar schrieb: Ein an und für sich völlig normaler Verwitterungsprozess, vor allem in den nördlichen Kalkalpen.


Momentan scheint da eine gewisse Zwanghaftigkeit vorzuliegen , alles aber auch wirklich alles was in der Natur passiert mit dem Klimawandel in Verbindung bringen zu müssen .

Ich war nun selbst oft genug in den Alpen und mich hat diese Permafrost Erklärung sofort stutzig gemacht, da Permafrost in 2600m Höhe insbesondere in Gipfelregionen ohne Vergletscherung noch gar nicht vorkommt .
Erst ab ca. 3000m , nachgewiesen im deutschen Teil der Alpen nur im Zugspitzbereich kommt Permafrostboden vor .

Die Annahme wird hier auch bestätigt .



Zwar kann es in geschützten Hanglagen auch unterhalb 3000m Permafrostboden geben , aber eben nicht im direkten Gipfelbereich , da diese viel zu lange direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind .

Das es aber in dieser Höhe einen sehr starken natürlichen Erosionsprozess gibt, ist im Prinzip gerade bei spröden, wasserdurchlässigen Gesteinsschichten vollkommen logisch . Abgesehen von der vollkommen ungeschützten Lage , dürften die Bereiche in diesen Höhen den höchsten Temperaturunterschieden unterliegen , mit starken Frost im Winter und langen Sonnenperioden im Sommer .

Von daher würde ich diesen Riss im Gipfel des Hochvogel auch als einen vollkommen normalen Erosionsprozess ansehen .

Es wäre wohl vermessen von der Presse zu erwarten , dass man so eine Panikmache besser unterlässt , da durch solche zweifelhaften Berichte , der im Prinzip vollkommen unbestrittene Prozess des Klimawandels ebenfalls in Zweifel gezogen wird .
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