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    Deutscher Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer

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    Deutscher Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer Empty Deutscher Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer

    Beitrag von gnadenlos Di 12 Feb 2019, 13:04

    Der deutsche Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten. Im Jahresdurchschnitt seien 114.000 Zugänge aus dem EU-Ausland und 146.000 aus Drittstaaten erforderlich ... gmx.de

    So jedenfalls die aktuelle "Studie" der Bertelsmann-Stiftung.

    Die "Studienautoren" folgen wohl dem Wunsch der Politiker, die wiederum von Lobbyisten getrieben werden. Die Wirtschaft krankt nämlich weder heute noch morgen oder übermorgen an Fachkräftemangel, dafür aber an fehlenden Billiglöhnern und Billigfachkräften. Darüber hinaus fehlen der der deutschen Wirtschaft Innovationen und Schaffenskraft auf breitester Ebene - die kann man aber nicht zuwandern lassen.
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    Beitrag von Tat2 Di 12 Feb 2019, 13:30

    Ich finde diesen Vortrag von Ulfkotte schlüssig und nachvollziehbar.

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    Beitrag von M.M Di 12 Feb 2019, 14:44

    Udo Konstantin Ulfkotte (* 20. Januar 1960 in Lippstadt; † 13. Januar 2017) war ein deutscher Journalist und Publizist. Von 1986 bis 2003 war er politischer Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Seit Ende der 1990er Jahre schrieb er mehrere Bestseller und vertrat zunehmend rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen. Zuletzt publizierte er ausnahmslos beim Kopp Verlag.

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    Beitrag von Tat2 Di 12 Feb 2019, 15:53

    M.M schrieb:Udo Konstantin Ulfkotte (* 20. Januar 1960 in Lippstadt; † 13. Januar 2017) war ein deutscher Journalist und Publizist. Von 1986 bis 2003 war er politischer Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Seit Ende der 1990er Jahre schrieb er mehrere Bestseller und vertrat zunehmend rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen. Zuletzt publizierte er ausnahmslos beim Kopp Verlag.

    @Wikipedia

    Und das ändert was an seinen Aussagen?
    Heute wird jeder in die rechte Ecke gedrückt der nur ansatzweise etwas gegen die offensichtlichen Vorgänge in diesem Land und Europa sagt.
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    Beitrag von Katana Di 12 Feb 2019, 17:53

    M.M schrieb:Udo Konstantin Ulfkotte (* 20. Januar 1960 in Lippstadt; † 13. Januar 2017) war ein deutscher Journalist und Publizist. Von 1986 bis 2003 war er politischer Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Seit Ende der 1990er Jahre schrieb er mehrere Bestseller und vertrat zunehmend rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen. Zuletzt publizierte er ausnahmslos beim Kopp Verlag.

    @Wikipedia

    Es kann durchaus sein , dass sich jemand mit der Zeit radikalisiert und in bestimmte Dinge verrennt , trotzdem halte ich es für bedenklich einen Jornalisten , der 17 Jahre Redakteur bei der FAZ war , so einfach in die rechte Schublade zu stecken .

    Was den angeblichen Arbeitskräftemangel anbetrifft , da stimme ich Gnadenlos voll zu , zumindest wird in dieser Hinsicht maßlos übertrieben .

    In der Zeit gibt es auch einen Artikel dazu .

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-02/zuwanderung-arbeitsmarkt-eu-laender-bevoelkerung-deutschland


    Was mir dabei sofort auffällt ist die Behauptung ,dass die Zuwanderung aus der EU so schnell nachlassen werde , woher nehmen die Macher der Studie diese Annahme , bei einer Mindestlohnbandbreite von 3 € in Bulgarien bis über 12 € in Luxenburg . Der gesamte osteuropäische Bereich ist nicht annähernd bei der Hälfte des deutschen Mindestlohnes angelangt und das wird so schnell auch nicht gehen , da man die Osteuropäer gerne noch möglichst lange als kostengünstige Werkbank benutzen möchte .

    So lange das aber so ist , ist die Verlockung nach Westeuropa zum arbeiten zu kommen , unvermindert hoch .

    Andererseits wird auch die ganze Zeit von Digitalisierung , KI und immer mehr maschineller Produktion geredet , durch die in den nächsten Jahrzehnten haufenweise Arbeitsplätze wegfallen .

    Man kann dadurch ganz schnell zu dem Schluss kommen , hier geht es nicht um Notwendigeit sondern darum die Löhne unten zu halten .
    Man versucht den Arbeitsmarkt zu manipulieren im Hinblick darauf , dass eine gute Konjunktur , Wachstum und hohe Nachfrage , nach jahrelanger Flaute ansich auch die Löhne kräftig steigen lässt und genau das möchte man gerne verhindern .
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    Beitrag von gnadenlos Di 12 Feb 2019, 19:48

    M.M schrieb:Udo Konstantin Ulfkotte (* 20. Januar 1960 in Lippstadt; † 13. Januar 2017) war ein deutscher Journalist und Publizist. Von 1986 bis 2003 war er politischer Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Seit Ende der 1990er Jahre schrieb er mehrere Bestseller und vertrat zunehmend rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen. Zuletzt publizierte er ausnahmslos beim Kopp Verlag.

    @Wikipedia

    Als Rechtspopulisten hatte ich Ulfkotte auch in Erinnerung. Dem Thema tut das aber keinen Abbruch (und meine Person ist auch im realen Leben über jeden Verdacht der Dumpfbackigkeit erhaben).

    Vor etwa ein bis zwei Jahren gab es eine Reportage von einer ARD-Anstalt zu diesem Thema. Leider kann ich den Filmbeitrag nicht finden. Jedenfalls hatten die alle Studien, Statistiken, Konzernchefs und Amtsleiter grandios auseinander genommen und das Märchen vom Facharbeitermangel locker enttarnt.
    Es braucht aber gar nicht diesen Film oder sonstige Reportagen. Ein Blick in die jammernden Wirtschaftskonzerne genügt: Deutsche Facharbeiter bewerben sich vergeblich, Facharbeiter aus anderen EU-Staaten haben kein Interesse daran, in Deutschland zu arbeiten (jedenfalls nicht längerfristig) und Facharbeiter aus Drittstaaten werden gnadenlos ausgebeutet.

    Ich denke, so manche Laterne sollte mit diversen "Studienautoren" und Konzernlenkern geschmückt werden. Der Korruptionsindex in Deutschland steigt und steigt ...
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    Beitrag von Oskar Di 12 Feb 2019, 21:22

    gnadenlos schrieb:

    Als Rechtspopulisten hatte ich Ulfkotte auch in Erinnerung. Dem Thema tut das aber keinen Abbruch (und meine Person ist auch im realen Leben über jeden Verdacht der Dumpfbackigkeit erhaben).

    Vor etwa ein bis zwei Jahren gab es eine Reportage von einer ARD-Anstalt zu diesem Thema. Leider kann ich den Filmbeitrag nicht finden. Jedenfalls hatten die alle Studien, Statistiken, Konzernchefs und Amtsleiter grandios auseinander genommen und das Märchen vom Facharbeitermangel locker enttarnt.
    Es braucht aber gar nicht diesen Film oder sonstige Reportagen. Ein Blick in die jammernden Wirtschaftskonzerne genügt: Deutsche Facharbeiter bewerben sich vergeblich, Facharbeiter aus anderen EU-Staaten haben kein Interesse daran, in Deutschland zu arbeiten (jedenfalls nicht längerfristig) und Facharbeiter aus Drittstaaten werden gnadenlos ausgebeutet.

    Ich denke, so manche Laterne sollte mit diversen "Studienautoren" und Konzernlenkern geschmückt werden. Der Korruptionsindex in Deutschland steigt und steigt ...

    Da ist zunächst mal die Frage, was man alles unter Fachkräften versteht. Auch im Pflegedienst arbeiten Fachkräfte, und deren Bedarf ist hier nachweislich nicht durch einheimische Bewerber zu decken.
    Laut BMWi sieht es in Deutschland so aus:

    >>Zwar gibt es in Deutschland derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, allerdings können schon heute in bestimmten Regionen und Branchen offene Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden. Dies betrifft vor allem den MINT- und Gesundheitsbereich. Besonders in Süddeutschland und den neuen Bundesländern spitzt sich die Lage zu. <<

    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/fachkraeftesicherung.html

    Eine Aussage, die ich für Bayern und BW stützen kann. Hier klagen selbst Handwerksbetriebe, dass sie trotz sehr guter Entlohnung keine Fachkräfte finden, und ihnen deshalb Aufträge entgehen. Ob diese Fachkräfte (Schlosser, Schreiner etc.) durch Zuwanderung aus nicht EU-Staaten ersetzt werden können, ist allerdings eine andere Frage. Es ist eher wahrscheinlich, dass hier Nachschub für den Billiglohnsektor wie z. B. Zustelldienste kommt.
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    Beitrag von Katana Di 12 Feb 2019, 21:36

    Oskar schrieb:

    Da ist zunächst mal die Frage, was man alles unter Fachkräften versteht. Auch im Pflegedienst arbeiten Fachkräfte, und deren Bedarf ist hier nachweislich nicht durch einheimische Bewerber zu decken.
    Laut BMWi sieht es in Deutschland so aus:

    >>Zwar gibt es in Deutschland derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, allerdings können schon heute in bestimmten Regionen und Branchen offene Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden. Dies betrifft vor allem den MINT- und Gesundheitsbereich. Besonders in Süddeutschland und den neuen Bundesländern spitzt sich die Lage zu. <<

    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/fachkraeftesicherung.html

    Eine Aussage, die ich für Bayern und BW stützen kann. Hier klagen selbst Handwerksbetriebe, dass sie trotz sehr guter Entlohnung keine Fachkräfte finden, und ihnen deshalb Aufträge entgehen. Ob diese Fachkräfte (Schlosser, Schreiner etc.) durch Zuwanderung aus nicht EU-Staaten ersetzt werden können, ist allerdings eine andere Frage. Es ist eher wahrscheinlich, dass hier Nachschub für den Billiglohnsektor wie z. B. Zustelldienste kommt.  

    Jepp , im Handwerk kann ich das hier oben auch bestätigen , Schwerpunkt aber mehr Tischler , Zimmerleute , die können sich hier die Jobs aussuchen .

    Wobei hier eindeutig aber auch noch die mangelnde Bereitschaft der Arbeitgeber , anständige Löhne zu zahlen mit reinspielt .
    Bei Zweiradmechanikern scheint es schon bundesweit soweit zu sein , wir haben auf Stellenausschreibungen in unserer Zentrale in Kiel , Bewerber bis aus Frankfurt mit kostenlosen Fahrkarten zu Bewerbungsgesprächen gelockt .

    In der Pflege denke ich auch , spielt viel der Lohn in einer privatisierten medizinischen Versorgung eine Rolle und die Arbeitszeiten samt Unterbesetzung .

    Ein weiterer Punkt ist aber der zu große Hang zu akademischen Berufen , da ist das ganze Verhältnis gekippt . Es gibt heute gerade noch mal kurz über 300 Lehrberufe aber über 1500 verschiedene Studiengänge .

    Zuwanderung aus Nicht EU Staaten ins Handwerk halte ich auch für unwahrscheinlich , eine handwerkliche Ausbildung wie wir sie hier haben , gibt es nur in Europa , wo sollen die Fachkräfte also herkommen ??
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    Beitrag von gnadenlos Di 12 Feb 2019, 21:57

    Katana schrieb:


    Zuwanderung aus Nicht EU Staaten ins Handwerk halte ich auch für unwahrscheinlich , eine handwerkliche Ausbildung wie wir sie hier haben , gibt es nur in Europa , wo sollen die Fachkräfte also herkommen ??

    Das wäre die nächste Frage. Nun sind die Leute in anderen Ländern nicht blöder oder ungeschickter, aber die Ausbildung ist längst nicht überall so solide. Das gilt u.a. auch für medizinische Berufe.
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    Deutscher Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer Empty Re: Deutscher Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer

    Beitrag von Oskar Di 12 Feb 2019, 22:25

    gnadenlos schrieb:

    Das wäre die nächste Frage. Nun sind die Leute in anderen Ländern nicht blöder oder ungeschickter, aber die Ausbildung ist längst nicht überall so solide. Das gilt u.a. auch für medizinische Berufe.

    Als 2015 die Flüchtlingswelle über Deutschland kam ("Wir schaffen das"), verkündete Daimler Chef Dieter Zetsche: "Das sind genau die Leute die wir brauchen, hoch motiviert und gut ausgebildet".
    Bisher gibt es aber nirgendwo einen Hinweis, wie viele solch gut ausgebildete Leute er in seinem Konzern integriert hat (nicht als Hilfsarbeiter in in der Motorengießerei).

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