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    Folgen gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland

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    Beitrag von Katana Fr 01 Jul 2022, 11:07

    Dank unseres Bundeskanzlers wird in in den letzten Monaten oft der Begriff "Zeitenwende" gebraucht , zumeist in Bezug auf unsere Verteidigungsfähigkeit vor dem Hintergrund des Ukraine Krieges .
    Auch in unserer gesellschaftlichen Entwicklung gibt es diese Zeitenwende bzw. ist sie seit einigen Jahren in Gange, insbesondere im Bereich der Kindererziehung .

    Werte und Verhaltensweisen wurden in Frage gestellt, teilweise hat man den Eindruck als ob das Unterste zu Oberst gekehrt wurde.
    Körperliche Züchtigung ist praktisch verboten, ja selbst die Stimme gegen das eigene Kind zu sehr zu erheben, wird von selbst ernannten Experten teilweise als traumatisch kritisiert .

    Diskussion und Erklärung gepaart mit unbegrenztem Verständnis und endlosem fabulieren über Toleranz wird gepredigt, sexuelle Vielfalt als Normalität wird den Kindern bereits im Kindergartenalter gepredigt . Die immerwährende Betonung des Gender Mainstreams , dass Geschlechter ja so gar nicht existieren , sondern größtenteils angeblich nur sozial anerzogen wären, möchte man am liebsten schon 3jährigen einpauken .

    Ich für meinen Teil habe ein Leben lang gelernt, das man Lösungswege und angewandte Methoden in der Hauptsache nach ihren Ergebnissen beurteilt .

    Ein Ergebnis dieser "Wertevermittlung" konnte man letzte Woche erleben und eigentlich sollte uns dieses Ergebnis bis in den hintersten Winkel unseres Gewissens erschüttern, dumm nur das es über das direkte Umfeld des Geschehens hinaus , nur vergleichsweise wenig beachtet wird . Andere Krisen erscheinen größer , schrecklicher und es sterben mehr Menschen dabei .


    Wovon die Rede ist ?
    Vom Mord an einer 15jährigen Schülerin in Salzgitter .
    Als dringend tatverdächtig sitzt ein 14jähriger in Haft und ein 13jähriger in einer Psychiatrie, mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Mädchen von diesen beiden Jugendlichen aus einer "gewissen Feindschaft" heraus , wie sich der 14jährige in einer Vernehmung ausdrückte , geplant und kaltblütig ermordet worden .

    Das Mädchen wurde gestern beerdigt .



    Wenn ich nach dem urteile, was ich in meinem Leben gelernt habe, müsste nach so einer Tat eine Zäsur erfolgen und NEIN , es macht absolut keinen Sinn, diese Tat als bedauerlichen Einzelfall zweier leider gestörter Jugendlicher abzutun und zu relativieren .
    Hier wurde eine Grenze überschritten, die ich trauriger Weise seit Jahren befürchtet habe, wenn ich mir anschaue, wie sich Erziehung und Sichtweise gegenüber Kindern verändert hat .

    Schon viel früher hätte man hinterfragen müssen, ob die allseits propagierte Toleranz und antiautoritäre Erziehung nicht weit übers Ziel hinaus schoss . Jahrelang schauen wir mittlerweile zu, wie unsere Jugend immer weiter verroht.
    War es in meiner Jugend in einer Prügelei auf dem Schulhof noch vollkommen verpönt auf einen Gegner der schon am Boden liegt noch weiter rum zu prügeln, so ist es heute schon üblich auf einem am Boden liegenden Menschen weiter einzutreten .

    Auch wenn es weh tut und ich selber kein Mensch bin und war, der körperliche Züchtigung von Kindern toll findet oder gar Spaß daran hat , WIR wussten wo Schluss ist, auch und vor allem weil unsere Eltern uns diese Grenzen auch mal schmerzhaft vor Augen geführt haben. Wir wussten wie weh es tut, nicht nur auszuteilen, sondern auch mal einen Schlag einstecken zu müssen und niemals , nicht mal in unseren schlimmsten Gedanken wären wir auch nur im Ansatz darauf gekommen ein Mädchen zu verprügeln oder gar umzubringen.

    Diese "Werte" scheinen den beiden Tätern nicht vermittelt worden zu sein und scheinbar wurden ihnen auch keine Grenzen aufgezeigt.

    In diesem Falle kommt noch dazu, dass wir unsere Kinder derart in den Himmel heben und am besten schon mit 16 Jahren als junge Erwachsene bezeichnen , als das wir sie sogar wählen lassen . Die Strafmündigkeit im gleichen Maße herabzusetzen , fällt uns aber nicht ein . Rechte ja , Pflichten nein , mit dem Ergebnis das der 13jährige Täter wohl nach einiger Zeit psychologischer Intensivbetreuung mit Pech den Hinterbliebenen des ermordeten Mädchens beim einkaufen begegnen wird oder an anderer Stelle .

    Das Mädchen dagegen kann man nur noch auf dem Friedhof treffen .
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    Beitrag von Abriter Mo 04 Jul 2022, 20:43

    Wenn die Eltern bescheuert sind, kann aus den Kindern nix werden. Kinder muss man nicht erziehen - sie machen einem alles nach. Fertig. Wo die Eltern aber nicht sind, wo die Eltern ihre Verantwortung in fremde Hände legen, lernen Kinder nichts fürs Leben. Wir machen ja gerne Kindergärten, Schulen und die Gesellschaft für das Wohl und Wehe der Kinder verantwortlich. Ganz sicher gibt es da viele Baustellen und enormer Verbesserungs-/Veränderungsbedarf. Verantwortlich waren, sind und bleiben aber allein die Eltern.
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    Beitrag von Katana Mo 04 Jul 2022, 21:54

    Abriter schrieb:Wenn die Eltern bescheuert sind, kann aus den Kindern nix werden. Kinder muss man nicht erziehen - sie machen einem alles nach. Fertig. Wo die Eltern aber nicht sind, wo die Eltern ihre Verantwortung in fremde Hände legen, lernen Kinder nichts fürs Leben. Wir machen ja gerne Kindergärten, Schulen und die Gesellschaft für das Wohl und Wehe der Kinder verantwortlich. Ganz sicher gibt es da viele Baustellen und enormer Verbesserungs-/Veränderungsbedarf. Verantwortlich waren, sind und bleiben aber allein die Eltern.

    Sorry GN , das halte ich für zu einfach gedacht .

    Sowie Kinder die Haustür hinter sich zu machen , auch wenn man deiner Argumentation folgt , machen sie dann auch durchaus Dinge nach , die NICHT von den Eltern kommen und diese Einflüsse sind teilweise weder vorhersehbar noch kontrollierbar von den Eltern .

    Kinder und Jugendliche bewegen sich genau wie Erwachsene in unserer Gesellschaft und sind spätestens wenn sie schulpflichtig werden, einer ganzen Masse an Einflüssen ausgesetzt und da ab dieser Zeit eben auch noch die Stundenzahl außerhalb der elterlichen Kontrolle höher ist, als die in der Eltern direkt Einfluss nehmen können , kann nicht sämtliche Verantwortung den Eltern zugeschanzt werden, das ist ab von jeglicher Lebensrealität .

    Täte deine These stimmen , gäbe es ganz automatisch nur jugendliche Straftäter aus bestimmten sozialen Schichten und Milieus , dem ist aber ganz und gar nicht so. Es gibt genügend Straftäter auch aus wohlbehüteten , vollkommen intakten Familien, die auch keineswegs bildungsfremd sind .

    Das man Kinder grundsätzlich nicht erziehen müsste, halte ich für ein Gerücht , ganz im Gegenteil sind wir die Spezis auf diesem Planeten welche die meiste Erziehung braucht , da uns so gut wie nichts angeboren ist . Wir müssen nahezu alles lernen und Erziehung ist nichts anderes als eine Form des Lernens .
    Dumm nur , dass Kinder eben nicht nur von den Eltern , Kindererziehern und Lehrern etwas lernen, sondern auch und verstärkt mit zunehmendem Alter vom Freundes und Bekanntenkreis , dessen Einfluss sogar oft genug viel stärker als der des Elternhauses ist .
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    Beitrag von Abriter Mo 04 Jul 2022, 23:33

    Der Mensch macht's wie der Affe und anderes Getier: Abgucken, nachmachen.

    Es ist völlig egal, welcher Schicht die Eltern angehören. Weder wohlbehütet, gebildet noch vermögend sind Garanten für gute und ordentliche Kinder. Natürlich gibt es auch sonst keine Garantien. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Plage früher oder später auf einen schrägen Kurs gerät, wenn man sich nicht in den ersten Lebensjahren, vom ersten Tag an, adäquat um seinen Nachwuchs kümmert. Gerade die ersten Jahre, noch vor der Einschulung, sind für das Leben des Kindes sehr prägend.
    Mit "Kümmern" ist nicht gemeint, dass man das Kind mit Essen vollstopft, ihm jede Erschwernis abnimmt, es jeden Meter mit dem SUV fährt und mit Events, teurem Spielzeug und Computerzeug versorgt. Es ist wohl eher so, dass die von dir angesprochenen Krummnasen sozial völlig verwahrlost sind, ganz egal aus welcher Schicht sie kommen. Sie haben es weder gelernt noch erfahren. Und genau das ist es: Sozialverhalten und soziale Verantwortung lernt man in den ersten Lebensjahren zuhause. Wenn da aber niemand ist, der das wirklich vormacht und vorlebt, dann wird das einfach nix.

    Selbstredend müssen Kinder auch eigene Erfahrungen sammeln. Die Prügelei auf dem Schulhof gehört dazu. Aber eben ohne den gleichgültigen besoffen Vater, der nur Mist labert, ebenso ohne die mütterliche Volljuristin, die vor falsch verstandener Behütung jeden verklagt.

    Es gibt Kinder, die haben keine Chance, weil in den Familien seit Generationen nur Vernachlässigung und Gewalt herrschen. Auch dieser Umstand ist vollkommen unabhängig von der Schicht. Auch seelische Gewalt ist Gewalt.

    Ich habe natürlich gut Schwätzen. Selbst in einer Großfamilie in weltbester Kindheit aufgewachsen und heute vier Kinder, die ich nicht missen möchte. Allerdings darf ich dazu sagen, dass wir - meine Ex, meine Frau und ich - fast zehn lange Jahre auf verdammt viel verzichtet haben, um unsere Kids auf einen geraden Weg zu bringen bzw. zu halten. Wie wir heute wissen, hat sich der Verzicht gelohnt.


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    Beitrag von Gast Di 05 Jul 2022, 13:23

    Abriter schrieb:Der Mensch macht's wie der Affe und anderes Getier: Abgucken, nachmachen.

    Es ist völlig egal, welcher Schicht die Eltern angehören. Weder wohlbehütet, gebildet noch vermögend sind Garanten für gute und ordentliche Kinder. Natürlich gibt es auch sonst keine Garantien. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Plage früher oder später auf einen schrägen Kurs gerät, wenn man sich nicht in den ersten Lebensjahren, vom ersten Tag an, adäquat um seinen Nachwuchs kümmert. Gerade die ersten Jahre, noch vor der Einschulung, sind für das Leben des Kindes sehr prägend.
    Mit "Kümmern" ist nicht gemeint, dass man das Kind mit Essen vollstopft, ihm jede Erschwernis abnimmt, es jeden Meter mit dem SUV fährt und mit Events, teurem Spielzeug und Computerzeug versorgt. Es ist wohl eher so, dass die von dir angesprochenen Krummnasen sozial völlig verwahrlost sind, ganz egal aus welcher Schicht sie kommen. Sie haben es weder gelernt noch erfahren. Und genau das ist es: Sozialverhalten und soziale Verantwortung lernt man in den ersten Lebensjahren zuhause. Wenn da aber niemand ist, der das wirklich vormacht und vorlebt, dann wird das einfach nix.

    Selbstredend müssen Kinder auch eigene Erfahrungen sammeln. Die Prügelei auf dem Schulhof gehört dazu. Aber eben ohne den gleichgültigen besoffen Vater, der nur Mist labert, ebenso ohne die mütterliche Volljuristin, die vor falsch verstandener Behütung jeden verklagt.

    Es gibt Kinder, die haben keine Chance, weil in den Familien seit Generationen nur Vernachlässigung und Gewalt herrschen. Auch dieser Umstand ist vollkommen unabhängig von der Schicht. Auch seelische Gewalt ist Gewalt.

    Ich habe natürlich gut Schwätzen. Selbst in einer Großfamilie in weltbester Kindheit aufgewachsen und heute vier Kinder, die ich nicht missen möchte. Allerdings darf ich dazu sagen, dass wir - meine Ex, meine Frau und ich - fast zehn lange Jahre auf verdammt viel verzichtet haben, um unsere Kids auf einen geraden Weg zu bringen bzw. zu halten. Wie wir heute wissen, hat sich der Verzicht gelohnt.




    Es gibt so etwas wie emotionale Vernachlässigung bei Kindern. Heute lässt man die Nachkommen vorzugsweise fremd betreuen.
    Da auch Frau arbeiten will und muss, geht es nicht anders. Und Mann verzichtet auch nur ungern, besonders wenn er Oberarzt ist.

    Meine Älteste bekommt ihr 2. Kind, mit 35. Ohne die andere Oma läuft da nix und der Jüngste ist schon mit 1 Jahr in die Kita gekommen.
    Aber auch am Wochenende wird auf nichts verzichtet und das Kind gerne bei Oma abgeladen (ich bin da raus, habe ich rechtzeitig zum Leidwesen
    meiner Töchter kund getan).
    Nun wohnen sie auch 400km von mir entfernt. Gestern erzählte meine Tochter (12 Woche schwanger), dass der kommende Nachwuchs schon mit 8Monaten zu einer Tagesmutter soll/muss, weil es für 1jährige dort keine Kitamöglichkeiten gibt, das geht erst ab 2 Jahren.

    Wie ich das finde, dazu schweige ich lieber, besonders wenn ich sehe, dass sie völlig überfordert sind. Wenn ich da ins Haus komme, sieht es jedes Mal
    aus, als wenn die Bombe eingeschlagen hat. Einen Hund gibt es auch noch, aber der ist auch die meiste Zeit bei der anderen Oma.

    Ich bekomme doch kein Kind, um es ständig fremd betreuen zu lassen. Rolling Eyes

    Ich schaue mir die Sache an und halte meinen Mund, es geht mich nichts an. Und wenn ich was sagen würde, gäbe es einen Riesenkrach.
    Wenn ich sehe, wie der Ältere (inzwischen knapp3) immer weint, wenn seine Mutter geht und das ist Dauerzustand, auch am Wochenende, dann
    schmerzt mir das Herz, denn ich weiß, dass die Bindungssicherheit bei Menschen gerade im Baby und Kleinkindalter entsteht.
    Am Wochenende wird dann auch gerne mal weggefahren, Verabredungen mit Freunden etc. Das Kind bei der Oma.

    Das sind eben die neuen Zeiten, was soll man dazu sagen, nur nicht verzichten....

    Meine Tochter ist davon überzeugt und verstehen kann ich sie irgendwo auch, denn sie muss ja finanziell auch sehen, dass sie selbstständig bleibt.
    Aber Kind Nr.2 (für mich Enkelkind Nr.4) ist echt nicht nötig. Ich schätze, das gibt noch Drama. Wie gut, dass ich nicht vor Ort bin.
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    Folgen gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland  Empty Re: Folgen gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland

    Beitrag von Katana Di 05 Jul 2022, 16:32

    Genau auf Grund der Punkte , die ihr anführt hab ich das Ganze in der Überschrift als Folge gesellschaftlicher Entwicklung betitelt .

    Genau wie ihr sehe ich heute Eltern ohne Ende , bei denen man den Eindruck bekommt, sie sehen das Kinder kriegen und groß ziehen als Nebenjob an , der bitte schön mit allen anderen Dingen, wie Karriere , Wohlstand , Freizeitplanung usw. unter einen Hut zu passen hat .


    Diese Einstellung kommt aber nicht von ungefähr , sie ist Teil der gesellschaftlichen Entwicklung, die ich kritisiere .

    Der Wunsch alles unter einen Hut zu kriegen ist schon längst gesellschaftliche Pflicht.
    In den unteren Lohngruppen auch durchaus existenzieller Zwang .

    Auch der forcierte Feminismus trägt seinen Teil dazu bei, anfangs als Kampf für selbstverständliche Rechte, lässt er heute den Frauen bei ihrem Lebensmodell gar keine Wahl mehr . Frauen die nicht arbeiten sind doch nicht emanzipiert und kaum jemand akzeptiert die Tatsache , dass ein Lebensmodell bei dem ein Partner zu Hause bleibt nicht zwanghaft sondern bewusst so gewählt wurde , logischer Weise gleichberechtigt , sprich vollkommen latte ob Männchen oder Weibchen die Kinder betreut und der oder eben diejenige , die mehr verdient , geht arbeiten .
    Aber sowas geht gar nicht , Kinder und Karriere muss gehen , basta .

    Das dabei die Kinder auf der Strecke bleiben, weil sie oft genug , ab dem zweiten Lebensjahr in fremde Hände gegeben werden und so vor lauter Bezugspersonen jede geistige und soziale Orientierung verlieren können , will man einfach nicht wahr haben .

    Das Ergebnis solcher sozialen Verwahrlosung konnte man gerade erleben und so langsam sollten da mal die Alarmglocken läuten.
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    Beitrag von Gast Mi 06 Jul 2022, 08:53

    Ja, so ist das, die Kinder sollen mal eben so nebenbei mit groß gemacht werden.
    Das klappt natürlich nur, wenn man genügend willige Helferlein drumherum hat,
    gesunde Kinder bekommt, keine Mehrfachgeburten hat und man selber nicht in die Knie geht bei der
    Belastung.

    Mir fällt auch auf, dass die lieben Kleinen dauerhaft bespaßt werden müssen. Sowohl die beiden Enkel in meiner Nähe, als auch der Kleine meiner anderen Tochter fordern Aufmerksamkeit so vehement ein, dass die andere Oma, wenn der Kleine da ist UNUNTERBROCHEN mit ihm spielen muss.
    Bedeutet stundenlanges auf den Knieen rutschen.
    Wenn mal Pause gemacht wird, wird gejault oder Blödsinn gemacht.
    Ich habe auch aufgepasst und das mal ausgehalten, weil ich eine Pause brauchte, ich habe nämlich nicht die Geduld für Daueranimation.
    Dann fängt der Lütte nach spätestens 5 Minuten an nach Mama oder der anderen Oma zu heulen.
    Und ich bin dann halt die Doofe oder Böse.

    Auch gut.

    Natürlich fordern die Kleinen ihre Aufmerksamkeit von den Eltern ein. Bei der einen Seite sind die Kinder dermaßen durch, wenn sie nach fast 8 Stunden  aus der
    Kita kommen, dass sie aggressiv sind oder/und die ganze Zeit heulend hinter der Mutter herlaufen. Die kann dann nicht einmal in Ruhe zur Toilette gehen.
    Aufmerksamkeit um jeden Preis und wenn es negative Aufmerksamkeit ist, auch gut. Ist ja klar, die wollen von den Eltern beachtet werden, völlig normal.

    Am Wochenende, wenn eigentlich ein wenig Ruhe einkehren sollte, wird dann noch ein großes Spaßprogramm gestartet, weil Eltern das nachholen wollen, was sie
    in der Woche mit den Kindern nicht schaffen.

    Ich mache mir viele Gedanken über die Sache, ist ja meine Familie, habe aber ein eigenes Leben und wenn sie sich 10 Kinder anschaffen, sollen sie das machen, aber als Daueranimateurin stehe ich nicht zur Verfügung.

    Die Erwartungshaltung meiner Töchter in mich war da sehr hoch. Inzwischen haben sie den Brocken geschluckt. Klar helfe ich, wenn Not herrscht, Umzug oder jemand krank ist, aber ansonsten sollen sie mich damit in Ruhe lassen.
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    Beitrag von Oskar Mi 06 Jul 2022, 21:36

    Katana schrieb:

    .......
    Schon viel früher hätte man hinterfragen müssen, ob die allseits propagierte Toleranz und antiautoritäre Erziehung nicht weit übers Ziel hinaus schoss . Jahrelang schauen wir mittlerweile zu, wie unsere Jugend immer weiter verroht.
    .......
     

    Die antiautoritäre Erziehung ist doch längst zu einer autoritären Erziehung der Eltern durch die Kinder mutiert, die meisten der ach so tollen Eltern merken es bloß nicht. Man kann zwar vieles durch vorbildhaftes Verhalten erreichen, aber eben bei weitem nicht alles.
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    Beitrag von Oskar Mi 06 Jul 2022, 23:04

    Solo schrieb:
    ........
    Mir fällt auch auf, dass die lieben Kleinen dauerhaft bespaßt werden müssen. Sowohl die beiden Enkel in meiner Nähe, als auch der Kleine meiner anderen Tochter fordern Aufmerksamkeit so vehement ein, dass die andere Oma, wenn der Kleine da ist UNUNTERBROCHEN mit ihm spielen muss.
    ........

    Wehret den Anfängen!

    Klar, Kinder brauchen in den ersten sagen wir mal 2 - 3 Lebensjahren ein Gefühl der Geborgenheit und eine zentrale Person hierfür. Dies ist naturgegeben zunächst einmal die Mutter. der Vater ist Ersatzspieler, wenn die Mutter mal nicht kann.

    Bei unserer Tochter hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sie sich sehr gut alleine beschäftigen konnte, wenn sie nur das Gefühl hatte, dass jemand anwesend war. Nabeln Eltern sich zu früh von ihren Zöglingen ab, (Tagesmutter, Kita) so spüren das die Kleinen und fordern eben eine Ersatzperson ein. Hier ist natürlich eine gutmütige Oma erste Wahl.

    In einer Kita beginnt schon mal der Kampf um eine Rangordnung innerhalb einer Gemeinschaft, dafür sind die Kids unter 3 Jahren im Prinzip noch nicht geeignet, auch wenn man es in unserer Gesellschaft anders sieht und Kinder schon möglichst früh fremd betreut werden sollen.

    Ich war 20 Jahre lang Skilehrer in einem sehr großen Skiclub, davon 10 Jahre lang als Kinderskilehrer für 6 - 14 Jährige. Die Kinder brauchen eine Hackordung, einer muss der Beste sein, einer der Schlechteste, über den man sich lustig macht. Die Kunst eines Betreuers besteht nun darin, dafür zu sorgen dass nicht immer die Gleichen diese Rollen einnehmen. Man muss also für Erfolgserlebnisse bei den weniger Guten sorgen und die angeblich Besten hin und wieder mal "auf die Schnauze fallen" lassen, dann klappt es bestens.
    Oder: die Übermütigen müssen erkennen, dass auch sie Grenzen haben, die Schwachen sollten durch das Erreichen von Zielen motiviert werden.



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    Beitrag von Abriter Do 07 Jul 2022, 20:26

    Katana schrieb:

    Diese Einstellung kommt aber nicht von ungefähr , sie ist Teil der gesellschaftlichen Entwicklung, die ich kritisiere .


    Da bin ich voll und ganz bei dir.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: So 14 Jul 2024, 06:21