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    Digitalisierte Welt - ein Fluch

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    Beitrag von Trulla So 07 Jan 2018, 20:27

    Der nachfolgend verlinkte Artikel wurde auf meiner Startseite zum Lesen vorgeschlagen. Über den einen oder anderen Satz kann man mal nachdenken. Es geht um den Verlust von Anstand durch die sozialen Medien.

    https://www.nzz.ch/meinung/anstandslosigkeit-neues-merkmal-in-zeiten-der-digitalisierung-ld.1336131

    Ein Auszug daraus:
    NZZ schrieb:Viele junge Menschen lernen das, was Anstand heisst, vor allem in den sozialen Netzwerken. Doch sie verwechseln ihn mit Selbstinszenierung, mit der immerwährenden Arbeit am eigenen Ich-Ich-Ich und am öffentlichen Selbstporträt. Das ist für das Funktionieren unserer Gesellschaft problematisch, denn Anstand als Rücksicht, Zugewandtheit und Solidarität erachtet Axel Hacke als Kitt, der uns zusammenhält.

    Da ist was dran.

    Das andere Beispiel mit dem Streichelzoo, der schließen musste, weil Kinder im Beisein der Eltern die Tiere misshandelten, macht mich einfach nur traurig. Wahrscheinlich wurden darüber noch grinsend Filmchen für das Fratzenbuch gedreht, um möglichst viele "likes" zu erhalten.

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    Beitrag von gnadenlos So 07 Jan 2018, 20:47

    Guter Artikel. Dass die Menschheit im Netz verloddert, ist keine neue Erkenntnis. Die Fortsetzung dieses Umstands im realen Leben ist das eigentliche Problem.
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    Beitrag von Trulla So 07 Jan 2018, 21:01

    gnadenlos schrieb:Guter Artikel. Dass die Menschheit im Netz verloddert, ist keine neue Erkenntnis. Die Fortsetzung dieses Umstands im realen Leben ist das eigentliche Problem.

    Da muss mal jeder in sich gehen und nachforschen, was er selbst aus dem Netz ins "echte" Leben mit reingenommen hat. Also ich habe bestimmt schon das eine oder ander Mal "rofl" gesagt, anstatt einfach loszulachen. Smile Und vielleicht bin ich auch ungeduldiger als früher zu Zeiten, als es nur Fax und Telefon gab. Wenn ich eine Frage per E-Mail verschicke, erwarte ich spätestens am nächsten Tag eine Antwort bzw. eine Rückmeldung, bis wann ich mit der Antwort rechnen kann. Ich glaube aber nicht, dass ich unfreundlicher geworden bin. Wenn, dann war ich das auch vorher schon. Very Happy
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    Beitrag von Gast Mo 08 Jan 2018, 13:51

    Trulla schrieb:Der nachfolgend verlinkte Artikel wurde auf meiner Startseite zum Lesen vorgeschlagen. Über den einen oder anderen Satz kann man mal nachdenken. Es geht um den Verlust von Anstand durch die sozialen Medien.

    https://www.nzz.ch/meinung/anstandslosigkeit-neues-merkmal-in-zeiten-der-digitalisierung-ld.1336131

    Ein Auszug daraus:


    Da ist was dran.

    Das andere Beispiel mit dem Streichelzoo, der schließen musste, weil Kinder im Beisein der Eltern die Tiere misshandelten, macht mich einfach nur traurig. Wahrscheinlich wurden darüber noch grinsend Filmchen für das Fratzenbuch gedreht, um möglichst viele "likes" zu erhalten.

    Mir fiel als erstes gleich der Name Axel hacke ins Auge. Ein Schriftsteller den ich durchaus mag.
    Als erste wurde ich auf ihn aufmerksam durch das Buch "der weiße Neger Wumbaba".
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    Beitrag von Katana Mo 08 Jan 2018, 14:07

    gnadenlos schrieb:Guter Artikel. Dass die Menschheit im Netz verloddert, ist keine neue Erkenntnis. Die Fortsetzung dieses Umstands im realen Leben ist das eigentliche Problem.

    Da ist aber denke ich die Gesellschaft in ziemlichem Maße selber dran Schuld .

    Man hat bei der ganzen Digitalisierung nach meiner Ansicht vollkommen aus den Augen verloren , diese Dinge sollen einzig Mittel zum Zweck sein und den Menschen das Leben erleichtern aber nicht bestimmen .Das Ganze hat sich aber innerhalb recht kurzer Zeit zu einer Parallelwelt ausgewachsen , bei der die Menschen vielfach gar nicht mehr gefragt werden , ob sie in jeder Hinsicht daran teilnehmen wollen , es wird ihnen durch vielerlei Sachverhalte schlicht aufgezwungen , was den Eindruck einer parallelen Realität für junge Menschen , die damit aufwachsen nur noch verstärkt .

    Unsere Welt ist und bleibt aber zu 100% analog und da braucht es schlicht eine vernünftige Erziehung , um nicht die Bodenhaftung zu verlieren und das eine zunehmend mit dem anderen zu verwechseln .

    Die heutige Prioritätensetzung der Eltern , wo beide Elternteile meinen eine vorrangige Berechtigung auf eine berufliche Karriere zu haben , egal wie viele Kinder ich in die Welt setze, bewirkt dabei eher das Gegenteil . Zig Bezugspersonen vom Krabbelalter an und spätere Ganztagsschule in überforderten Einrichtungen sind nicht eben geeignet, realistisch denkende und gefestigte Persönlichkeiten zu schaffen.
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    Beitrag von gnadenlos Mo 08 Jan 2018, 17:42

    Katana schrieb:

    Da ist aber denke ich die Gesellschaft in ziemlichem Maße selber dran Schuld .

    Man hat bei der ganzen Digitalisierung nach meiner Ansicht vollkommen aus den Augen verloren , diese Dinge sollen einzig Mittel zum Zweck sein und den Menschen das Leben erleichtern aber nicht bestimmen .Das Ganze hat sich aber innerhalb recht kurzer Zeit zu einer Parallelwelt ausgewachsen , bei der die Menschen vielfach gar nicht mehr gefragt werden , ob sie in jeder Hinsicht daran teilnehmen wollen , es wird ihnen durch vielerlei Sachverhalte schlicht aufgezwungen , was den Eindruck einer parallelen Realität für junge Menschen , die damit aufwachsen nur noch verstärkt .

    Unsere Welt ist und bleibt aber zu 100% analog und da braucht es schlicht eine vernünftige Erziehung , um nicht die Bodenhaftung zu verlieren und das eine zunehmend mit dem anderen zu verwechseln .

    Die heutige Prioritätensetzung der Eltern , wo beide Elternteile meinen eine vorrangige Berechtigung auf eine berufliche Karriere zu haben , egal wie viele Kinder ich in die Welt setze, bewirkt dabei eher das Gegenteil . Zig Bezugspersonen vom Krabbelalter an und spätere Ganztagsschule in überforderten Einrichtungen sind nicht eben geeignet, realistisch denkende und gefestigte Persönlichkeiten zu schaffen.    

    Genau das ist das Problem, welches ich aber nicht ganz verinnerlichen kann. Die absolute Mehrheit unserer vergreisten Gesellschaft kennt (und weiß) es doch anders. Sie sollte doch in der Lage und gewillt sein, der jüngeren Generation den Umgang und auch die Nachteile mit der Digiwelt zu vermitteln. Vermutlich ist es so, wie du es schreibst: Die Eltern kommen schlicht ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nach ...
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    Beitrag von Katana Mo 08 Jan 2018, 18:03

    gnadenlos schrieb:

    Genau das ist das Problem, welches ich aber nicht ganz verinnerlichen kann. Die absolute Mehrheit unserer vergreisten Gesellschaft kennt (und weiß) es doch anders. Sie sollte doch in der Lage und gewillt sein, der jüngeren Generation den Umgang und auch die Nachteile mit der Digiwelt zu vermitteln. Vermutlich ist es so, wie du es schreibst: Die Eltern kommen schlicht ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nach ...

    Das lässt der neoliberale, gesellschaftliche Mainstream aber heute gar nicht mehr zu , in der ein über 90 jähriger Buchhalter von Ausschwitz in völliger Unkenntnis (oder unter Missachtung) der damaligen Situation des Einzelnen als Mordhelfer dargestellt wird , obwohl er sich einmal drin im Getriebe in dieser Zeit unmöglich selber wieder draus befreien konnte , selbst wenn er es sich noch so sehr gewünscht hätte .

    Unsere heutige Gesellschaft ist derart durchidiologisiert , dass wir ungewollt schon fast eine freiwillige Diktatur geworden sind , jeder der aus der Reihe tanzt wird in Schubladen gesteckt , der Grad dazwischen jemanden als konservativ oder gleich als rechtsradikal zu bezeichnen ist hauchdünn geworden , ebenso wie der jemanden als besonnen oder rückwärtsgewandt einzustufen . Jeder Ratschlag den uns die ältere Generation erteilen möchte wird rasend schnell als reaktionär abgetan , gefolgt von Unterstellungen der Unfähigkeit mit unserer schönen , neuen und natürlich voll digitalisierten Welt zurecht zu kommen .  

    Die laufende Veränderung unserer Gesellschaft wird als Errungenschaft um ihrer selbst willen als modern , hip , liberal und selbstverständlich zum Maß aller Dinge . Jeder der nicht alles mitmacht und bei Neuerungen wie noch vor gar nicht langer Zeit schlicht normal, mal nach dem Sinn fragt und ob sowas gegenüber dem vorhergehenden Zustand, Produkt , Arbeitsablauf überhaupt eine Verbesserung darstellt , läuft schon in Gefahr gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden .

    Auch die doppelte Arbeitsbelastung durch die berufliche Karriere beider Elternteile ist heute nahezu Pflicht weil gendergerecht , Kinder sind in einer Familie nicht mehr die Dasiensberechtigung der Familie ansich , sondern nur noch ein Aspekt , den es in erster Linie zu bewältigen gilt . Von der Gesellschaft wird dabei verlangt sofort und in jeder Hinsicht zu helfen , zu tolerieren , zu bevorzugen , weil man durchs Kinder kriegen ja heute nicht etwa sich selber einen Wunsch der Nachkommenschaft erfüllt , sondern der Gesellschaft einen Dienst erweist , für den man gefälligst belohnt werden muß .

    Auch diese Geisteshaltungen erinnern zunehmend an eine digitale Welt , eine sehr kalte Welt muß man dazu sagen .

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 01 März 2024, 02:29