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    Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert

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    Beitrag von gnadenlos Mo 25 Dez 2023, 09:39

    In einigen Branchen rumort es. So auch bei den Bauern.

    Das massive Managementversagen betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern auch unsere Ampel-Regierung. Nach wie vor hat das Land kein Einnahmeproblem, dafür aber handwerkliche Volldödel im Amt.

    Die Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand, da nicht sie die Preise machen. Unsere Volldödel sind aber der Meinung, dass man ihnen noch etwas Geld abknöpfen könnte, um das eigene Versagen und Träume zu finanzieren.

    Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert Sparha10

    Bauern, Lkw-Fahrer, Bahner stehen in den Startlöchern. Ich bin gespannt, was sich im Januar tut. Cool

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    Beitrag von Katana Mo 25 Dez 2023, 12:00

    Die Politik macht es vor , die Bürger machen es nach .

    Deutschland hat nach meiner Ansicht ein gesellschaftliches Ego Problem , was dazu führt , dass jeder nur noch sich selber sieht und dabei nicht mehr begreift , das ein Gesellschaft mit breiter Wohlstandsbasis nur durch Solidarität und dadurch entsteht , dass alle bis zu einem gewissen Punkt an einem Strang ziehen .


    Wohltuend sachlich und pragmatisch wurde das gerade von unserem schleswig-holsteinischen Landesoberhaupt Daniel Günther formuliert . Ruhige und absolut zutreffende Worte , die sich unsere Regierung endlich mal zu Herzen nehmen sollte .



    Die Kritik von Herrn Günther trifft es auf den Punkt und sie ist über die Politik nach unten übertragbar , sei es auf das Verhalten der Lokführer , die meinen wegen 2 Stunden weniger Wochenarbeitszeit in unbefristete Streiks treten zu müssen und damit Millionen Menschen beeinträchtigen , obwohl jedem bewusst sein sollte , das mit dem derzeitigen Personalstamm , Arbeitszeitverkürzungen einfach nicht drin sind . Oder eben die Bauern , die sofort ausflippen , wenn man auch nur im mindesten an ihren Subventionspfründen rührt .
    Und das obwohl diesen Bauern bewusst sein muss , dass beispielsweise in der Viehzucht seit Jahren gnadenlos überproduziert wird und wir fast 50% unserer Fleischproduktion auf den Müll werfen oder zu Tierfutter verarbeiten .

    Gerade bei den Subventionen für Agradiesel stellt sich die Frage der Berechtigung doch schon lange , warum hier Subventionen für Bauern , aber für Spediteure , die unsere Waren transportieren gibts die nicht ??

    Egal ob politisch, sozial oder gesellschaftlich , unser Land bröckelt , weil jeder nur noch sich selber , sein Wählerklientel oder seine Interessengruppe sieht . Wenn alle mal ihr Ego ein wenig runterschrauben würden und wieder einsehen , dass breiter Wohlstand nur durch Zusammenarbeit zu schaffen ist , wo man auch mal zurück stecken muss , wäre alles gar nicht so wild .


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    Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert Empty Re: Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert

    Beitrag von gnadenlos Mo 25 Dez 2023, 15:38

    Lkw: Die Erhöhung der Maut trifft zunächst den Unternehmer, erst später den Verbraucher. Alternativen zum Lkw fehlen. Verkehrsminister Wissing ist bis heute nicht in der Lage, die künftige Verwendung aller Einnahmen aus der Maut konkret zu benennen. Auch sein Staatssekretär verstolperte sich ordentlich bei der Haushaltsbefragung.

    Bahn: Der größte Teil des Personalmangels ist hausgemacht. Hier, ebenso wie bei den ÖPNV, liegt ein katastrophales und kaum vergleichbares Managementversagen vor - nicht nur in Sachen Personal.

    Bauern: Hier verwechselt man gerne die Branchen Agrar-Industrie und Landwirte. Erstere hat tatsächlich keinen Grund zu meckern (tut es aber nur zu gerne). Der Landwirt mit Hof hat kaum eine Chance und auch kaum noch Vieh. Die Fleischproduktion liegt mit fast 60 % in den Händen der Agrar-Industrie, die übrigens Schlachtvieh auch aus dem Ausland bezieht. Abgesehen davon ist der Schlachtviehbestand und die Produktion seit Jahren insgesamt spürbar rückläufig. In der Agrar-Industrie allerdings steigend. Ausschließlich von dort kommt eine Überproduktion.
    Der Landwirt hat zudem das Problem, dass er einen Teil seiner Anbauflächen in "schönes Klimagrün" umwidmen musste. Großbetriebe können solche Verluste ausgleichen, Kleinbetriebe gehen damit auf dem Zahnfleisch oder kaputt. Auch die Umweltabgaben kann er nicht reduzieren, da Trecker, Mähdrescher & Co. nicht mit einem Elektromotörchen auf dem Acker zu betreiben sind. Selbst der Agrar-Volldödel Özdemir wurde von seiner Ampel komplett überfahren.

    Das handwerkliche Geschick unserer Ampel ist unter aller Sau. Sicher ist sie nicht allein für die Schieflagen verantwortlich, aber sie ist nun einmal an der Regierung. Statt Korrekturen oder sogar Verbesserungen vorzunehmen, verschlimmbessern diese Volldödel ausnahmslos alles, was sie anpacken. Diese Kasper (und Kasperinnen) haben das Glück, dass kein Einnahmeproblem gegeben ist. Das gibt ihnen aber nicht das Recht, die Gelder zu Lasten der Bürger für ihre Traumtänzereien und persönlichen Vorlieben zu verschieben.
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    Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert Empty Re: Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert

    Beitrag von Katana Mo 25 Dez 2023, 16:18

    Tja  vielleicht zeigt die Ampel nur auf , dass eine Regierung aus drei verschiedenen Parteien mit teilweise extremen Unterschieden in den Sichtweisen bezüglich der Prioritäten und politischen Ansichten , nicht wirklich regierungsfähig ist .

    Für mögliche Streiks bei den Lokführern hab ich trotzdem keinerlei Verständnis , das Angebot der Arbeitgeberseite war großzügig und wir reden hier nicht gerade von Geringverdienern kurz oberhalb von Mindestlöhnen , sondern Fachkräften , die je nach Qualifikation und Dauer der Betriebszugehörigkeit bei 35000-49000 € Jahresgehalt liegen . Da ist für mich ein Streik , nur weil man nicht auch noch ne Arbeitszeitverkürzung durchdrücken kann schlicht ein verantwortungsloses Verhalten , wofür weder Politik noch Management verantwortlich sind .

    Die allgemeine Lage bei der Bahn und beim OPNV ist eine ganz andere Nummer , hier hat man wie in anderen europäischen Ländern auch den politischen Fehler begangen , diesen Bereich zu privatisieren .
    Die gleichen Defizite kann man im Gesundheitsbereich und bei der Energie und Wasserversorgung beobachten .

    Die Grundbedürfnisse einer Gesellschaft gehören in Staatshand und keinesfalls in private Hände , da kann aber die Ampel auf die Schnelle auch nichts dran ändern .

    Nachtrag :
    Gibt es bei euch noch Kleinbauern , wenn ich mir hier den jeweiligen Fuhrpark der Bauern anschaue , wüsste ich keinen . Ganz im Gegenteil sind die Flächen der einzelnen Betriebe mittlerweile durchweg derart riesig , als das die Bauern Subunternehmer zum abernten der Felder beauftragen .
    Die rücken dann mit Kolonnen von zig Erntemaschinen und einem Duzend Traktoren an .

    Und alles nur vom feinsten und größten , auch auf den Höfen selber , so schlecht kann es den Herrschaften also nicht gehen .


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    Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert Empty Re: Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert

    Beitrag von gnadenlos Mo 25 Dez 2023, 17:59

    Der Norden Deutschlands ist voll von Agrar-Industrie, wohl auch deshalb, weil die Strukturen das hergeben. Der Süden ist da sowohl mit Tierhaltung als auch mit Landwirtschaft im Niedergang. In Ba-Wü und Bayern haben in den vergangen Jahren fast die Hälfte der Landwirtschaftsbetriebe aufgegeben, in RLP, Saarland und Hessen deutlich mehr als die Hälfte. Ja, hier gibt es noch einige übersichtliche Höfe. Der Nachbarkreis ist die Kornkammer Hessens. Viehhaltung gibt es seit etwa fünf Jahren so gut wie keine mehr. Die war in den fünf Jahren davor schon ein absolutes Minus-Geschäft. Milchkühe gibt es gar keine mehr. Nächstes Jahr (2025) geben wieder zwei Höfe auf. Die sind nicht klein, aber eben auch nicht riesig. Ein Zusammenschluss mit oder die Übernahme durch Betriebe aus Nachbarkreisen ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, da die Wege durch den Taunus sehr beschwerlich sind.

    Richtig, eine Dreier-Koalition ist per se schon ein Ding der Unmöglichkeit. Und in dieser Farbkombination besonders. Aber der Bürger hat es ja so gewollt. Very Happy

    Die Bahner nutzen die Situation schamlos aus. Das ist nicht schön (und in dieser Form auch nicht zu befürworten), aber ursächlich für diese Unverfrorenheit ist und bleibt das Totalversagen des Managements der genannten Institutionen. Den Vorständen und Geschäftsführern gehört in den Arsch getreten, bis ein Zug quer hindurch fahren kann.

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    Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert Empty Re: Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert

    Beitrag von Katana Mo 25 Dez 2023, 19:51

    gnadenlos schrieb:

    Die Bahner nutzen die Situation schamlos aus. Das ist nicht schön (und in dieser Form auch nicht zu befürworten), aber ursächlich für diese Unverfrorenheit ist und bleibt das Totalversagen des Managements der genannten Institutionen. Den Vorständen und Geschäftsführern gehört in den Arsch getreten, bis ein Zug quer hindurch fahren kann.


    Klar kann man sich da über die Spitzenkräfte aufregen , die sich für diese Glanzleistungen noch saftige Prämien gönnen .

    Allerdings glaube ich auch , dass man das Management , was eine privatisierte deutsche Bahn auf die Erfolgsspur führen könnte erst noch erfinden muss , weil die Nummer nach meinem dafürhalten nicht machbar ist .

    Selbst mit der Auslagerung aller möglichen gänzlich unrentablen Regionalstrecken an kleinere , laufend wechselnde Unternehmen haut es nicht hin .

    Die zu erhaltende Infrastruktur , das benötigte Personal was vernünftige Löhne haben will und die Fahrgäste , deren Fahrkarten bezahlbar bleiben müssen , geht einfach nicht privatwirtschaftlich so unter einen Hut , als das da noch Gewinne erwirtschaftet werden können .

    Nirgendwo auf der Welt klappt das , überall wo Staatsbahnen privatisiert wurden , sind sie den Bach runter gegangen und am Ende musste wie in Großbritannien der Staat einspringen uns zurück kaufen .

    Insbesondere die Fahrgast Beförderung lässt sich nicht auf rentable Füße stellen , wie auch , selbst auf stark frequentierten Strecken stimmt die Auslastung nur zu Stoßzeiten , den Rest der Zeit fahren die Züge teilweise mit 10-20 % Auslastung .

    Ein Problem was den gesamten ÖPV betrifft ob nah Nah oder Fernstrecken .


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    Beitrag von gnadenlos Do 04 Jan 2024, 16:02

    Die Ampel rudert zurück. Die Befreiung der Kfz-Steuer soll bleiben, die Subventionierung des Agrar-Diesels soll nun schrittweise abgebaut werden.
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    Beitrag von Trulla Do 04 Jan 2024, 16:37

    gnadenlos schrieb:die Subventionierung des Agrar-Diesels soll nun schrittweise abgebaut werden.

    Vielleicht besinnen sich die Bauern dann mal darauf, nicht jede paar Meter mit dem Traktor zurückzulegen und ihn auch nicht ständig mit laufendem Motor irgendwo untätig stehenzulassen.
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    Beitrag von gnadenlos Do 04 Jan 2024, 17:45

    Trulla schrieb:

    Vielleicht besinnen sich die Bauern dann mal darauf, nicht jede paar Meter mit dem Traktor zurückzulegen und ihn auch nicht ständig mit laufendem Motor irgendwo untätig stehenzulassen.

    Bei uns erlauben sie sich das nicht. Den Ärger wollen die gar nicht haben.
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    Beitrag von gnadenlos So 25 Feb 2024, 03:27

    Es macht den Eindruck, als würden sich die Bauernproteste an einigen Orten verselbständigen. Solche Aktionen, wie bei der Grünen-Chefin Lang, sind von den Verbänden weder gewollt noch werden sie gutgeheißen.

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