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Lebensmittel retten [Beendet]

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Lebensmittel retten [Beendet] - Seite 3 Empty Re: Lebensmittel retten [Beendet]

Beitrag von Katana Fr 07 Jun 2019, 11:11

Cat1 schrieb:

Hier in Deutschland wird sich nicht auf sinnvolle Gesetze geeinigt, da wird verwaschen und zerredet. Heraus kommen dann Kompromisse, die nichts Halbes und nichts Ganzes bringen oder aber rein gar nichts.

Das kannst du in deinem Link doch schon nachlesen , da ist ja noch ein Artikel über das Thema .

https://www.tagesschau.de/inland/containern-lebensmittel-verschwendung-101~_origin-c488fdb2-b15f-4ef4-b4eb-3a849bb6faac.html

Und das darf man sich auf der Zunge zergehen lassen , ein Bundesland versucht einen Vorstoss , um einen seit Jahren bestehenden Missstand zu beseitigen .
Okay , dass Legalisierung nicht unbedingt zur Bekämpfung der Ursachen nämlich der Überproduktion von Nahrungsmitteln dient , sondern den Supermärkten ganz im Gegenteil
dann sogar eine nette Ausrede anbieten würde immer so weiter zu machen bzw. vielleicht sogar noch mehr wegzuwerfen ( die Armen dürfen es sich ja aus dem Container fischen , alles nicht so schlimm) , kann man nachvollziehen .

Nach dem Urteil stellt sich dann der nächste Politiker hin und argumentiert allen Ernstes , man wolle auf Freiwilligkeit und Aufklärung setzen Rolling Eyes

Da fragt man sich dann , ist der Bursche so dumm oder tut er nur so .
Auf Freiwilligkeit wird doch seit Jahren gesetzt und wegen dieser Freiwilligkeit entsteht doch das Problem der Wegwerfgesellschaft überhaupt erst .
Dieser Gesetzesvorstoss wurde doch nur gestartet , weil freiwillig eben NICHT aufgehört wird von den Supermärkten , sich die Regale unnötig voll zu knallen und
dann haufenweise wegzuschmeißen . Das scheint geistig zu schwer zu sein , um es zu begreifen .

Von daher hast du vollkommen Recht , es wird sich genau nichts tun .
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Lebensmittel retten [Beendet] - Seite 3 Empty Re: Lebensmittel retten [Beendet]

Beitrag von Abriter Fr 07 Jun 2019, 13:38

Katana schrieb:


Nach dem Urteil stellt sich dann der nächste Politiker hin und argumentiert allen Ernstes , man wolle auf Freiwilligkeit und Aufklärung setzen Rolling Eyes

Da fragt man sich dann , ist der Bursche so dumm oder tut er nur so .

Das ist eine gute Frage. Ich mag solchen Politikern keine Dummheit unterstellen. Aber so zu tun, gehört zu den grundlegenden handwerklichen Fähigkeiten eines jeden Klientelpolitikers.
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Lebensmittel retten [Beendet] - Seite 3 Empty Re: Lebensmittel retten [Beendet]

Beitrag von Katana Fr 07 Jun 2019, 14:40

Abriter schrieb:

Das ist eine gute Frage. Ich mag solchen Politikern keine Dummheit unterstellen. Aber so zu tun, gehört zu den grundlegenden handwerklichen Fähigkeiten eines jeden Klientelpolitikers.

Stimmt , man könnte es bewusste Inkompetenz nennen , denn die Lösungen für die meisten Probleme werden in anderen Ländern schon längst höchst erfolgreich praktiziert .

Beispiele für eine in vielen Bereichen viel bewusster lebende Gesellschaft finden sich in Skandinavien zuhauf , könnte man teilweise nahezu 1:1 übernehmen, der Punkt ist nur ,
man will es nicht .

Als erstes mal Löhne ganz allgemein rauf , wenigstens pauschal für alle Lohngruppen unterhalb 50000€ Bruttojahreseinkommen um 20 %.
Folge natürlich auch höhere Preise vor allem im Nahrungsmittelbereich und im Dienstleistungsgewerbe .

Durch die gestiegenen Preise konsumieren die Verbraucher viel bewusster , Massentierhaltung würde überflüssig werden , weil über die gestiegenen Preise keiner mehr solch
ein Fleisch kaufen würde , da mit den Preisen auch die Ansprüche der Konsumenten steigen .
In Folge dessen erledigen sich auch die Überproduktionen und somit auch das Problem der Massen an entsorgten Lebensmittel , da ihr Wert in den Augen der Konsumenten und
auch in denen der Händler steigt und Dinge von Wert werden bewusster konsumiert und weniger weggeworfen .

Deutschlands größtes Problem und da hängen nach meiner Ansicht die allermeisten Probleme dran , sind die für eine moderne Industriegesellschaft viel zu niedrigen Löhne in weiten
Bereichen , dadurch ist auch das Wertgefühl der Menschen für die Arbeit und die einfachen Produkte vollkommen minderwertig und gleichgültig . Das äußert sich eben überdeutlich
im Konsumverhalten und der gestörten Anspruchshaltung im Verhältnis zu Gütern und Dienstleistungen .
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Beitrag von gnadenlos Fr 07 Jun 2019, 18:58

Es ist halt ein großes Problem, wenn die Politik zu eng mit der Wirtschaft verbandelt ist. Ob Automobil-, Pharma- oder Lebensmittelindustrie - es fehlt die notwendige Distanz (und auf der anderen Seite die erforderliche Nähe zur Praxis bzw. zum Völkchen). Aktuelles Beispiel ist Frau Klöckner mit ihrer PR für den unrühmlichen Nestlé-Konzern. Augenscheinlich furchtbar dämlich, für mich einfaches Kalkül.

Wenn das Gürkchen statt 0,99 Cent plötzlich 1,19 Cent kostet, wird gejammert was das Zeug hält. Gleichzeitig landen überteuerte Chips und Tabak im Einkaufswagen, anschließend wird noch das neueste iPhone bestellt, ehe man mit dem großen SUV die zwei Kilometer nach Hause fährt. Vielen ist nicht bewusst, dass wir die niedrigsten Lebensmittelpreise haben. Viel zu niedrig! Für eine halbwegs gesunde Ernährung reicht’s nicht, da andere Prioritäten gesetzt werden. Dieses Völkchen produziert Müll, will Müll und bekommt Müll. Smile
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Beitrag von Gast Fr 07 Jun 2019, 19:52

gnadenlos schrieb:

Wenn das Gürkchen statt 0,99 Cent plötzlich 1,19 Cent kostet, wird gejammert was das Zeug hält. Gleichzeitig landen überteuerte Chips und Tabak im Einkaufswagen, anschließend wird noch das neueste iPhone bestellt, ehe man mit dem großen SUV die zwei Kilometer nach Hause fährt. Vielen ist nicht bewusst, dass wir die niedrigsten Lebensmittelpreise haben. Viel zu niedrig! Für eine halbwegs gesunde Ernährung reicht’s nicht, da andere Prioritäten gesetzt werden. Dieses Völkchen produziert Müll, will Müll und bekommt Müll. Smile

Das mag zwar richtig sein, das erzähl aber mal den Leuten, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben und zusehen müssen, dass der Magen trotzdem voll ist. Die nicht mal eben 200 Euro (oder weniger) mehr im Monate für Lebensmittel zur Verfügung haben. Und die von einem geringen Verdienst auch noch eine Familie ernähren müssen und die im nächsten Monat aufgrund von Sanierungen, die gestiegene Miete finanzieren müssen. Oder die Rentner, die jetzt schon zur Tafel gehen müssen.
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