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    Jetzt bin ich angenehm überrascht

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    Jetzt bin ich angenehm überrascht - Seite 2 Empty Re: Jetzt bin ich angenehm überrascht

    Beitrag von Trulla So 06 Jun 2021, 20:41

    Oskar schrieb:Gleich ist es wieder soweit: Die Sprecher/innen der Parteien werden wieder vor die Kameras treten und den Zuschauern und Zuschauerinnen verkünden, wie die Wählerinnen und Wähler abgestimmt haben.  Smile

    Und wie immer wird sich jede Partei als eigentlicher Sieger der Wahl sehen.

    Mal ehrlich, wenn ich z.B. bei der Arbeit eine Mail ans Haus schicke, schreibe ich lieber "Liebe Kolleginnen und Kollegen" als "Liebe KollegInnen" oder "Liebe Mitarbeitende". Alles künstlich Konstruierte ist einfach Murks.
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    Beitrag von Oskar Di 08 Jun 2021, 00:04

    Trulla schrieb:

    Mal ehrlich, wenn ich z.B. bei der Arbeit eine Mail ans Haus schicke, schreibe ich lieber "Liebe Kolleginnen und Kollegen" als "Liebe KollegInnen" oder "Liebe Mitarbeitende". Alles künstlich Konstruierte ist einfach Murks.

    Ich finde wie Elke Heidenreich das ganze feministische Getue als Murks. Jahrzehntelang verwendete man das genetische Maskulinum als gemeinsamen Plural. Mit die Bürger waren alle Bürger (männlich oder weiblich) gemeint. Neutraler Plural nannte man das früher im Deutschunterricht und basta.


    Nun muss ja alles gendergerecht sein, sei es durch Doppelnennung (Bürger und Bürgerinnen), geschlechtsneutrale Umschreibung (Studierende anstelle von Studenten) oder jene bescheuerten Kurzzeichen. Man solle grundsätzlich diese Doppelnennung verwenden, sie würde den Lesefluss nicht stören, sofern keine zu häufigen Wiederholungen stattfinden, heißt es. Genau diese Wiederholungen findet man in den Reden heutzutage bis zum Erbrechen. Das wollte ich durch meinen Kommentar zum Ausdruck bringen.
    Die LMU München hat gar festgestellt, dass man Texte mit den Sonderzeichen nicht mehr vorlesen kann. Deshalb solle man die Sonderzeichen nur in Formularen oder Tabellen verwenden, ansonsten bei Platzmangel Umschreibungen verwenden: Studierendenwerk anstelle von Studentenwerk, Lehrkräfteausflug für Lehrerausflug usw.
    (An einer Umformulierung von "Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker" arbeitet man wohl noch. Ich umgehe das Problem, indem ich das Rezept vom Arzt entgegen lasse die Medikamente von einer Apothekerin entgegennehme). Jedenfalls ist dies alles in meinen Augen hirnrissiger Schwachsinn, als ob es keine anderen Probleme gäbe.

    Das von dir angeführte Beispiel sehe ich mal als präzisierte Form einer Begrüßung an, bei der man sich an die Kolleginnen und Kollegen direkt wendet. Ein "liebe Kolleg/innen" ist undenkbar.

    Während meiner gesamten Berufszeit wurden die Betriebsversammlungen vom Betriebsratsvorsitzenden grundsätzlich mit "Liebe Kolleginnen und Kollegen" eröffnet. Im Redefluss ging man dann aber wieder zum neutralen Plural über: "....Die Abteilungsleiter sind persönlich für die Einhaltung dieser Vereinbarung verantwortlich" , oder " Die Kollegen in den Außenstellen..." usw.

    Es deutet sich aber schon das nächste Problem an: Die Menschen mit nichtbinärer Geschlechtsidenität, im Geburtenregister mit divers (d) eingetragen. Wie spricht man die an?

    Es gibt noch einiges zu tun...Rolling Eyes



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    Beitrag von Oskar Do 16 Jun 2022, 21:49

    Ich habe mal nach dem mir unbekannten Begriff Aortendissektion gegoogelt und bin dabei auf folgende Textpassage vom Deutschen Herzzentrum Berlin gestoßen:

    "Die einzig mögliche Therapie der akuten Aortendissektion ist eine sofortige Operation am offenen Herzen, die von einem geschulten und eingespielten Team aus Chirurg*innen, Kardiotechniker*innen, Anästhesiolog*innen und OP-Pflegenden vorgenommen werden muss.

    Die Herzchirurgin bw. der Herzchirurg öffnet dabei den Brustkorb der Patientin bzw. des Patienten, anschließend wird die Patientin bzw. der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen.."

    https://www.dhzb.de/ratgeber/aortendissektion

    Schlimmer kann man eine Handlungsanleitung nicht mehr versaubeuteln.
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    Beitrag von Trulla Do 16 Jun 2022, 22:09

    Oskar schrieb:Ich habe mal nach dem mir unbekannten Begriff Aortendissektion gegoogelt und bin dabei auf folgende Textpassage vom Deutschen Herzzentrum Berlin gestoßen:

    "Die einzig mögliche Therapie der akuten Aortendissektion ist eine sofortige Operation am offenen Herzen, die von einem geschulten und eingespielten Team aus Chirurg*innen, Kardiotechniker*innen, Anästhesiolog*innen und OP-Pflegenden vorgenommen werden muss.

    Die Herzchirurgin bw. der Herzchirurg öffnet dabei den Brustkorb der Patientin bzw. des Patienten, anschließend wird die Patientin bzw. der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen.."

    https://www.dhzb.de/ratgeber/aortendissektion

    Schlimmer kann man eine Handlungsanleitung nicht mehr versaubeuteln.

    Doch, man könnte auch "Team aus Chirurgie-Ausführenden, Kardiotechnik-Anwendenden, Anästhesie-Beauftragten und OP-Hilfspersonal" schreiben. Zumindest entfallen dann die *. Stirnpatsch


    Ich halte von der "Neutralisierung" sämtlicher Begriffe absolut nix.
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    Beitrag von Oskar Fr 17 Jun 2022, 21:47

    Trulla schrieb:

    Doch, man könnte auch "Team aus Chirurgie-Ausführenden, Kardiotechnik-Anwendenden, Anästhesie-Beauftragten und OP-Hilfspersonal" schreiben. Zumindest entfallen dann die *. Stirnpatsch


    Ich halte von der "Neutralisierung" sämtlicher Begriffe absolut nix.

    Wenn sich die Legislative ernsthaft mit so einem Schwachsinn beschäftigt, sind entweder sämtliche anderen Probleme gelöst, oder was wahrscheinlicher ist, man ist mit sämtlichen anderen Problemen überfordert und wendet sich der Verschlimmbesserung unbedeutender Kleinigkeiten zu.

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    Beitrag von Katana Fr 17 Jun 2022, 22:19

    Oskar schrieb:

    Wenn sich die Legislative ernsthaft mit so einem Schwachsinn beschäftigt, sind entweder sämtliche anderen Probleme gelöst, oder was wahrscheinlicher ist, man ist mit sämtlichen anderen Problemen überfordert und wendet sich der Verschlimmbesserung unbedeutender Kleinigkeiten zu.  


    Das siehst du falsch , zwischen Dir und der Legislative besteht lediglich eine leichte Diskrepanz bezüglich der Prioritäten Smile
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    Beitrag von Oskar Mo 20 Jun 2022, 00:51

    Hin und wieder erhalte ich von der Civey Meinungs- und Marktforschungs GmbH E-Mails zwecks Meinungsumfragen. Heute stand folgende Frage an:

    "Sollte geschlechtergerechte Sprache im Arbeitsumfeld verpflichtend sein?"

    Dazu folgender erklärende Text:

    Homeoffice, Hot Desking und diverse Unternehmenssprache – genau wie die Sprache ist auch die Arbeitswelt im Wandel. Und das stößt teils auf Kritik. Nun klagte ein VW-Mitarbeiter vor Gericht, da er Arbeitsanweisungen nicht mehr in Gendersprache und mit Gendergap wie in „Mitarbeiter_innen” erhalten will. Den Vorschlag des Richters, wie zuvor zu kommunizieren, lehnt Audi ab. Das finale Urteil steht noch aus.
    Die VW-Tochter Audi führte 2021 einen Leitfaden für geschlechtergerechte Formulierungen ein. Audi erklärt auf der firmeneigenen Website, dass die gendersensible Sprache „zur besseren Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt” bei interner und externer Kommunikation genutzt wird. Unionsmitglieder wie Markus Söder oder Friedrich Merz sprechen sich gegen Gendersprache aus, während Grüne und Linke sie nutzen, um möglichst viele anzusprechen.


    Auch die Gerichte müssen sich mit diesem Scheiß befassen, es ist nicht zu glauben.
    "...um möglichst viele anzusprechen".

    Der Endstand der Umfrage:

    Ja auf jeden Fall:         7,3 %
    Eher ja:                      4,9 %
    Unentschieden:           4,8 %
    Eher nein:                   8,1  %
    Nein auf keinen Fall:   74,9 %

    Teilnehmer 43.333
    Davon ausgewählte Stichproben:  5.055
    Angeben muss man: Alter, Geschlecht und PLZ.

    Das Ergebnis ist wohl eindeutig. Und ja, in Arbeitsanweisungen, Handbüchern u. dgl. nervt dieser Quatsch nur.
    Obwohl in den Dienstvorschriften der Bundeswehr hätte die Formulierung:
    "In der Dämmerung hat die Soldatin oder der Soldat mit dem Einbruch der Dunkelheit zu rechnen"
    durchaus einen gewissen Reiz. Cool
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    Beitrag von Trulla Mo 20 Jun 2022, 11:22

    Oskar schrieb:
    Das Ergebnis ist wohl eindeutig. Und ja, in Arbeitsanweisungen, Handbüchern u. dgl. nervt dieser Quatsch nur.
    Obwohl in den Dienstvorschriften der Bundeswehr hätte die Formulierung:
    "In der Dämmerung hat die Soldatin oder der Soldat mit dem Einbruch der Dunkelheit zu rechnen"
    durchaus einen gewissen Reiz. Cool

    Ja, knapp 75 % dagegen sagt schon viel aus.

    In Deinem Beispiel würden wohl "Diensthabende" daraus werden:

    "In der Dämmerung haben Diensthabende mit dem Einbruch der Dunkelheit zu rechnen"
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    Beitrag von Katana Mo 20 Jun 2022, 13:03

    Trulla schrieb:

    In Deinem Beispiel würden wohl "Diensthabende" daraus werden:


    Warum nicht gleich "Soldatseiende" affraid
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    Beitrag von Abriter Mo 20 Jun 2022, 20:44

    Gleichheit, Gleichberechtigung und dergleichen stellt man nicht über die Sprache her. Schon gar nicht auf diese Art und Weise. Arsch bleibt Arsch - Ärschin ist unzulässig! Smile

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Di 21 Mai 2024, 23:12